Die Pädagogik

Das Montessori Konzept
„Es gibt eine schrittweise Eroberung: die Eroberung der Unabhängigkeit. Das bedeutet nicht, zu tun, was gerade gefällt, oder herumzuspielen und die Fantasie mit einem Spiel mit Gegenständen zu begleiten, sondern dahin zu gelangen, sich fähig zu fühlen, von sich aus zu handeln, eine nützliche, wichtige Handlung ohne die Hilfe von anderen auszuführen, und in der Lage zu sein, die eigenen Probleme selber zu lösen, ein schwieriges Ziel mit eigener Kraft zu erreichen.“

Maria Montessori, Durch das Kind zu einer neuen Welt, Herder 2013, S. 54

Das Montessori Haus funktioniert nach den pädagogischen Grundsätzen von Dr. Maria Montessori. Diese Grundsätze beinhalten vor allem das Unterstützen der Kinder in ihrem Streben nach Unabhängigkeit und Selbständigkeit. Zusätzlich kennzeichnet sich unsere Pädagogik durch einen respektvollen, ernstnehmenden und friedvollen Umgang aus. Die Pädagog*innen begleiten die Kinder achtsam mit Blick auf die aktuelle Entwicklungsperiode.

Die sensitiven Perioden
„Auf ihrem Höhepunkt gleicht die sensitive Periode einem Scheinwerfer, der im Inneren der Seele aufleuchtet und gewisse Bezirke der Umwelt anstrahlt, das übrige aber in verhältnismäßigem Dunkel lässt. Dieser Strahl konzentrierter Aufmerksamkeit hinterlässt Ordnung und Unterscheidung, wo zuvor Chaos und Durcheinander geherrscht haben.“

Mortimer E. Standing, Maria Montessori Leben und Werk, Münster 2009, S. 80

Der Verlauf der Entwicklung erfolgt in Phasen, die in ihrem Ablauf einem inneren Bauplan folgen. Diesen inneren Bauplan trägt jedes Kind schon in sich. Während dieser sensitiven Phasen ist beim Kind eine besondere Bereitschaft zum Erwerb bestimmter Fähigkeiten bemerkbar. Wir nutzen diese Phasen, um den Kindern entsprechende Beschäftigungsangebote zu machen.

Die Polarisation der Aufmerksamkeit
[Die tiefe Konzentration] wiederholte sich, und jedes Mal gingen die Kinder daraus wie erfrischt und ausgeruht, voll Lebenskraft und mit dem Gesichtsausdruck von Menschen hervor, die eine große Freude erlebt hatten.

Maria Montessori, Kinder sind anders, München 2005, S. 125</em></p>

Das Kind zeigt bei einer Beschäftigung höchste Konzentration. Es wiederholt diese Tätigkeit wieder und wieder mit Gleichmäßigkeit und mit tiefem Interesse. Durch dieses konzentrierte Arbeiten beginnt das Kind selbst seine Persönlichkeit zu entwickeln.

Die freie Wahl der Arbeit
Es ist nötig, für die Umgebung des Kindes Entwicklungsmaterial vorzubereiten (…), und dann das Kind frei zu lassen, damit es sich an diesen Mitteln entwickelt. Auf diese Weise trifft jedes Kind seine eigene Wahl und findet Gefallen an den Übungen mit einem wissenschaftlichen Material, das Schritt für Schritt die geistige Entwicklung begleitet.

Maria Montessori, Grundlagen meiner Pädagogik, Wiebelsheim 2005, S. 48

Die von Maria Montessori entwickelten Materialien stehen den Kindern in den kindergerechten Regalen unseres Kinderhauses zur Verfügung, sodass die Kinder ihre freie Wahl der Beschäftigung treffen können. Das Kind wird bei dieser Wahl stark von seinen inneren Motiven geleitet und dabei von unseren Pädagoginnen begleitet.

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